„Glaube an Zauberei“…

…, fordert uns Joseph Beuys in seinen Empfehlungen auf.

Seit jeher sind es die Dinge, mit ihren optischen Reizen und allegorischen Bestimmungen, die die Menschen in der Kunst interressierten. Erinnerungsstücke, Emotionsträger – die Kaufladensahne, ein Schmuckbeutel, die Stoffpuppe, das aus Papier gefaltete Objekt, sind meine Protagonisten. Sie kommen zunächst nebensächlich daher, entfalten ihre Präsenz durch die Setzung in der Malerei. Der Gegenstand, das “Ding”, entlehnt aus der sichtbaren Welt ist mein Sujet, dem ich mich stets auf verschiedene Weisen annähere. Ich bewege mich mit dieser Auswahl in einer langen Tradition. Morandi, Cézanne, Manet, Monet, Bonnard, Modersohn-Becker, Matisse, Kirkeby, Krieg, G.Richter, Völker, Kneffel, Thiebaud, Marcaccio, Reed u.v.m. haben sicherlich meine Arbeit bereichert.

Die Malerei ist mein Medium und zugleich Teil meines Themas.

Ich bin fasziniert von den Möglichkeiten, die die Malerei bietet. Es interessiert mich, ein und dasselbe Ding auf vielfältige Weise in Erscheinung treten lassen zu können. Dazu nutze ich verschiedene Medien. Ich zeichne, fotografiere, male und nähere mich so dem Gegenstand. Ich experimentiere mit unterschiedlichen Bildträgern, ich variiere die Malweise, erforsche so die vielfältigen Möglichkeiten der Malerei. Meine Arbeitsweise ist prozesshaft, die Arbeiten bauen aufeinander auf, wachsen aus sich heraus.

In mir lebt die Sehnsucht nach einer Welt die Versprechen hält – das Begreifen einer Welt, die das nicht tut – und die Entscheidung den Zauber in der Welt zu halten, ohne die Geheimnisse zu lüften.

Ja, ich glaube an Zauberei!

Auszug aus meinem Examenstext im Februar 2013