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Ganz dünnes Eis

GANZ DÜNNES EIS – Jahresausstellung der SK, Solinger Künstler e. V. im Kunstmuseum Solingen 

Dauer der Ausstellung: 21.02.–22.03.2026

Finissage: 22.3.2026,15 Uhr, Performance: kunstimwaldzimmer

WDR – Lokalzeit: Ankündigung unserer Finissage ab ca. 27:00 (Tips und Termine)

Ort: Kunstmuseum Solingen, Wuppertaler Straße 160, 42653 Solingen-Gräfrath

Öffnungszeiten: täglich von 10–17 Uhr außer montags

Unter dem Projekttitel IN LIMBO (in der Schwebe) setzt sich die Künstlerin mit der existenziellen und gesellschaftspolitischen Fragilität unserer Zeit auseinander. Die Malerei fungiert als Resonanzraum, in dem Unsicherheit, Übergänge und die Zerbrechlichkeit menschlicher Erfahrungswelten thematisiert werden. Die Werke – DAS DAZWISCHEN, BACK HER UP und LUMIVISTA – eröffnen Reflexionsräume über Haltung, Wandel und Verantwortung zwischen persönlicher Erfahrung und kollektiver Geschichte.

DAS DAZWISCHEN ist als existenzielle Verdichtung des Lebens zwischen Geburt und Tod zu lesen. Was in dieser Zeitspanne geschieht, bleibt zu Beginn verborgen; oft erst im Rückblick erschließen sich die Zusammenhänge der Ereignisse. Die Komposition ist autobiographisch durchzogen: Links erscheint eine Mutter mit einem Säugling, rechts der Vater mit einem Baby(Zwillingsmotiv), das Anfang und Fortdauer symbolisiert. Im Zentrum markiert die Grabstätte einer Urnenbestattung an einem frisch gepflanzten Baum das Ende und spannt den Bogen zwischen Geburt und TodZwischen diesen beiden Polen entfaltet sich das Leben in seiner Unvorhersehbarkeit. Die Stabilität ist ungewiss, es bleiben Handlungsspielräume und Möglichkeiten diese Zeitspanne „bewusst“ zu gestalten.

BACK HER UP thematisiert die fragile Entwicklung der Gleichberechtigung, basierend auf Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes(Gleichstellung von Mann und Frau). Der Gesetzestext ist in die Malerei eingeschrieben und bildet ein textiles Gerüst – eine Art „Patternscape“ © (Musterlandschaft). Das zentrale Motiv verweist auf eine Demonstration für das Frauenwahlrecht in Berlin im November 1912. Die Frauen erscheinen gesichtslos und symbolisieren die vielen Stimmen, die gesellschaftliche Veränderungen tragen. Das Motiv wurde gespiegelt und hinterfragt, inwieweit dieser Fortschritt Bestand hat. Back Her Up verbindet persönliche Position, historische Erinnerung und verfassungsrechtliche Grundlagen zu einem bildnerischen Nachdenken über gesellschaftlichen Wandel. Die Arbeit oszilliert zwischen Mahnung und Hoffnung – lädt ein, die Errungenschaften früherer Frauenbewegungen zu würdigen und ihre heutige Relevanz zu reflektieren. Gleichberechtigung ist kein statischer Zustand, sondern eine fortlaufende Aufgabe.